Haus oder Wohnung selber bauen oder lieber fertig kaufen? Gewiss eins der schwierigsten Fragen, die sich jeder mindestens einmal im Leben stellen muss, es sei denn er ist überzeugter Dauermieter. Ob Gebraucht- oder Neuimmobilie, in diesem Punkt spaltet sich die Nation. Ein Haus vom Betonguss an selbst zu errichten ist wahrscheinlich nichts für schwache Nerven, schließlich kann beim Bau eine Menge schief gehen. Bis das Eigenheim dann endlich steht, vergehen viele Monate und etliche schlaflose Nächte. Schwierig gestaltet sich oft auch die Suche nach dem richtigen Grundstück, dabei kommt es eben auf den persönlichen Anspruch an. Es ist eben ein Unterschied, ob man später von der Terrasse aus ins Tal blickt oder gegen die Betonwand des Nachbargrundstücks. Zwar bieten viele Baufirmen brillante Grundstücksplätze an, doch meist ist man dann an deren Hausmodelle gebunden.
Gebrauchte Häuser wie Wohnungen haben dagegen andere Nachteile. Logisch sparen wir uns den Baustress, doch irgendwas stört halt immer. Die Lage ist nicht perfekt, das Haus ist hässlich, die Inneneinrichtung von anno dazumal geht gar nicht und muss eh komplett erneuert werden. Es sei denn die 70er Jahre Buntmuster Decke und grün gekachelten Fliesen haben bereits Kultstatus erreicht. Die Doppelgarage fehlt, das Dach muss erneuert und der Garten komplett umgegraben werden. Je nach Alter des Objekt sind die Sanierungsarbeiten und -kosten nicht unerheblich.
Soll es eine Gebrauchtimmobilien sein, steht ein riesiges Angebot an Häusern zu Auswahl, ohne Zweifel besteht seit einiger Zeit ein Käufermarkt (Stand Mitte 2009). Um so wichtiger ist es, über Kaufpreise zu handeln und geduldig nach der passenden Immobilie zu suchen. Finanz- und Wirtschaftsturbulenzen zwingen viele Hausbesitzer zum Verkauf, es klingt zwar hart, aber Kaufinteressenten profitieren zur Zeit von der Not anderer. Dazu kommt noch, dass es nun mal gar nicht so viele Käufer gibt, vielen steht die Angst ins Gesicht geschrieben. Wen wundert´s, da gehen mal eben der größte Autokonzern der Welt zugrunde und deutsche Wirtschaftwunder Firmen sind bald Historie. Wer als Lohnabnehmer ein Haus finanziert und arbeitslos wird, hat nun mal in der Regel ein Problem.
Die Preisvorstellungen der Verkäufer differenzieren teilweise für faktisch identische Objekte so stark, dass man beim günstigeren Haus nach dem Haken sucht. Es gibt eben einige Anbieter, die Häuser oder Wohnungen weit über Marktpreis anbieten um zu sehen ob es denn jemand kaufen mag, sie müssen eben nicht zwingend verkaufen. Aber der Makler soll doch bitteschön alles menschenerdenkliche tun, um das Haus zum recht optimistischen Preis zu veräußern. Am spektakulärsten sind die Vorstellungen im Bereich der (selbst ernannten) 1a Lagen. Was genau ist denn eigentlich eine 1a Lage und was macht sie bitte zur bevorzugten Destination? Fast immer eine Auslegungssache, für manchen Hauskäufer ist der 50 m entfernte Bäcker wesentlich wichtiger als der Blick auf den Enten bevölkerten Dorftümpel. Und die unmittelbare Nähe zu Stadtzentrum oder Autobahn mag für viele ein Vorteil darstellen. Andere wollen lieber ein paar Jahre länger leben und sich die städtischen Abgase besser sparen. Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen, selbst viele Millionäre sind noch lange nicht bereit astronomische Quadratmeter Preise zu akzeptieren. Wer längere Zeit sucht und sich eine Immobilie in den unterschiedlichsten Lagen ansieht, wird ganz schnell feststellen, das die Definition Bestlage fast immer Auslegungssache ist. Manch beschauliches Örtchen wurde einst zur Stadt der Millionäre gekrönt. Unachtsam dessen, dass Flieger im 2,5 Minuten Takt so tief über die Häuser brausen, dass der Kaffe überschwappt und man dem Piloten zuwinken kann. Ach ja, nur einen Katzensprung entfernt gibt es direkt 2 Müllverbrennungsanlagen und einen gigantischen Chemiepark. Egal wie der Wind steht, im und ums Haus werden wir stets mit mieser Luft versorgt. Örtliche oder bauliche Schwächen versucht man halt zu retuschieren. Auf dies Weise soll so manch vermeidlicher Standortvorteil über Mängel hinwegtäuschen. Es schadet jedenfalls nicht, ein paar Erkundigungen über die weitläufige Umgebung (Haus + mindestens 5 km Radius) einzuholen. Es sei denn, Schadstoffe und ähnliche "Kleinigkeiten" sind einem völlig Wurst.
Neben dem Umfeld muss natürlich das Haus selbst genauesten unter die Lupe genommen werden. Grundsätzlich sollte jeder Interessent seine etwaige Euphorie bei der Sichtung im Zaun halten, verhaltenes Interesse ist ok. Übrigens ist es genauso wenig nicht die feine Käufer Art alles um jeden Preis schlecht zu reden. Damit gewinnt man beim Makler und Hausanbieter nicht den Beliebtheitspreis. Irgendwas positives hat schließlich jedes Haus. Hat man sich im Kopf für ein Eigenheim entschieden, ist es sehr ratsam, einen Bausachverständigen die Immobilie prüfen zu lassen. Hier können ggf. Mängel erscheinen, die der Laie nicht sieht. Dadurch entsteht oft eine gute Basis, um Wohnung oder Haus um einiges günstiger zu bekommen.
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